Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Handyvertrag zuhause oder auf einer bestimmten Strecke funktioniert, bietet die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur einen ersten Überblick. Sie zeigt für einzelne Netze, wo 2G, 4G und 5G nach einem einheitlichen Berechnungsverfahren verfügbar sind. Wie gut der Empfang in einzelnen Räumen oder zu bestimmten Uhrzeiten ist, sagt die Karte nicht voraus.
Wählen Sie zuerst das Netz und die Technik Ihres Vertrags aus. Vergleichen Sie die Karte anschließend mit Messungen an den Orten, an denen Sie Ihr Handy nutzen. Wie gut der Empfang ist, hängt auch von Gebäuden und Gelände ab. Gerät, Vertrag und Netzauslastung spielen ebenfalls eine Rolle. Darauf weist auch die Bundesnetzagentur hin.
Eigenes Mobilfunknetz auswählen
Die Karte unterscheidet zwischen den öffentlichen Mobilfunknetzen von Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 sowie zwischen den Funktechniken 2G, 4G und 5G. Wenn Sie Ihren Vertrag bei einem anderen Anbieter abgeschlossen haben, prüfen Sie, welches dieser Netze er nutzt. Sie finden die Information in den Vertragsunterlagen oder bekommen sie beim Anbieter.
Wählen Sie dann auf der Karte genau dieses Netz und die Technik aus, die für Sie relevant ist. Eine gute Versorgung durch irgendeinen Anbieter sagt nichts darüber aus, ob Ihr eigener Vertrag dort Empfang hat. Auch die Anzeige für 5G allein reicht nicht: Ihr Smartphone muss 5G unterstützen, und die Versorgung mit 5G Standalone, einer eigenständigen 5G-Technik, wird separat dargestellt. Nicht jedes 5G-fähige Smartphone kann 5G Standalone nutzen.
Schauen Sie auch in die Legende der Karte. Sie erklärt, welche Technik oder Versorgung die Farben kennzeichnen. So vermeiden Sie, eine allgemeine Versorgungsanzeige mit einer Aussage über Ihren konkreten Vertrag zu verwechseln.
Was 100-Meter-Rasterzellen anzeigen
Die Karte teilt Deutschland in Zellen von jeweils 100 mal 100 Metern ein, für die Netzbetreiber die Versorgung nach technischen Vorgaben der Bundesnetzagentur berechnen. Bei der Berechnung geht es um den Empfang im Freien in 1,5 Metern Höhe. Sie berücksichtigt unter anderem Mindestwerte für Empfang und Datenrate am Rand einer Funkzelle.
Eine als versorgt markierte Zelle bedeutet daher, dass die Berechnung die festgelegten Kriterien erfüllt. Die Berechnung misst den Empfang an Ihrem Fenster nicht direkt und gibt keine Zusage für eine bestimmte Downloadgeschwindigkeit. Auch innerhalb derselben Zelle kann der Empfang je nach genauer Position unterschiedlich ausfallen.
Die Netzbetreiber berechnen die Angaben, auf denen die Karte beruht. Die Bundesnetzagentur prüft sie unter anderem anhand von App-Daten und Stichprobenmessungen. Solche Prüfungen verbessern die Datengrundlage, machen die Karte aber nicht zu einer flächendeckenden Messung jedes Gebäudes und jedes Standorts.
Weiße und graue Flecken verstehen
Ein weißer Fleck ist ein Gebiet, in dem kein öffentliches Mobilfunknetz mobiles Breitband über 4G oder eine neuere Technik anbietet. Dort gibt es laut Definition der Bundesnetzagentur höchstens 2G. Ein grauer Fleck ist ein Gebiet, in dem mindestens ein Netz mobiles Breitband ab 4G anbietet, andere Netzbetreiber aber nicht.
Diese Bezeichnungen beschreiben den Vergleich der Netze in einem Gebiet. Ein grauer Fleck kann also für Ihren Vertrag gut versorgt sein, wenn Ihr Anbieter zu den Netzen mit 4G gehört. Ein anderer Vertrag kann dort schlechter abschneiden. Prüfen Sie deshalb auch bei diesen Flächen immer das Netz Ihres eigenen Anbieters.
Warum der Empfang vor Ort abweicht
Die Karte bildet die Versorgung im Freien ab. Wände, größere Gebäudekomplexe und Wärmeschutzverglasung können das Funksignal abschwächen. Ein gutes Kartenbild rund um Ihre Adresse schließt daher schlechten Empfang im Wohnzimmer oder in einem bestimmten Stockwerk nicht aus.
Auch die Umgebung beeinflusst den Empfang. Täler, Wälder und andere Geländeformen können Funkverbindungen beeinträchtigen. Dazu kommen Unterschiede zwischen Smartphones: Ein älteres Gerät unterstützt möglicherweise nicht alle Frequenzbänder, die ein Netzbetreiber nutzt. Der Vertrag bestimmt ebenfalls, welche Technik und Leistungen Ihnen zur Verfügung stehen.
Ihr Handy nutzt die verfügbare Netzkapazität gemeinsam mit den Geräten anderer Nutzer. Bei hoher Nachfrage kann die Verbindung langsamer werden, obwohl die Karte Versorgung anzeigt. Die Flächenkarte sagt deshalb keine bestimmte Geschwindigkeit und keinen gleichbleibenden Empfang zu jeder Tageszeit voraus. Auf einer Fahrt ist die Versorgung entlang der gesamten Strecke entscheidend, einschließlich der Abschnitte zwischen Start- und Zielpunkt.
Mobilfunkkarte vor Ort prüfen
So gleichen Sie die Karte mit Ihrem Alltag ab:
- Prüfen Sie, welches öffentliche Netz Ihr Anbieter nutzt, und wählen Sie dieses Netz sowie die benötigte Technik auf der Karte aus.
- Suchen Sie die Orte heraus, an denen Sie Ihr Handy wirklich verwenden, etwa den Raum für Telefonate oder den Abschnitt Ihrer täglichen Strecke.
- Testen Sie dort mit Ihrem eigenen Smartphone und Vertrag. Dafür bietet die Bundesnetzagentur die App „Mobilfunk-Check“ an. Sie enthält einen Netzcheck, der die Verfügbarkeit vor Ort prüft, und einen Geschwindigkeitstest.
- Wiederholen Sie die Prüfung zu verschiedenen Zeiten und an mehreren typischen Orten. So erkennen Sie eher, ob ein Problem dauerhaft besteht oder nur bei hoher Auslastung auftritt.
Messen Sie zuhause am besten sowohl in dem Raum, in dem Sie das Handy nutzen, als auch draußen in der Nähe. Für mobile Daten sollte während des Tests die Verbindung über das Mobilfunknetz laufen. Prüfen Sie zusätzlich, ob Telefonate funktionieren, denn eine Datenmessung allein sagt nichts über die Gesprächsqualität aus.
Die Netzcheck-Karte der Bundesnetzagentur ergänzt die berechnete Mobilfunkkarte durch Messungen von Nutzerinnen und Nutzern. Die Messungen stammen von den Geräten und Verträgen der Nutzerinnen und Nutzer. In Gegenden mit wenigen Messungen bleibt die Aussagekraft begrenzt; außerdem zeigt die Karte nicht zwingend die beste Technik, die der Netzbetreiber an einem Ort bereitstellt. Nutzen Sie sie deshalb als zusätzlichen Hinweis, nicht als Ersatz für einen Test mit Ihrem eigenen Handy.
Wenn Sie in einem Gebäude wiederholt schlechten Empfang haben, kann WLAN-Telefonie die Zuverlässigkeit von Sprachanrufen verbessern, sofern Ihr Anbieter und Ihr Smartphone diese Funktion unterstützen. Bei anhaltenden Empfangsproblemen empfiehlt die Bundesnetzagentur, den Anbieter zu kontaktieren. Eine Meldung eines Funklochs hilft der Behörde, die Datenlage zu verbessern, führt für sich allein aber nicht automatisch dazu, dass der Betreiber die Versorgung ändert.
Flächenwerte richtig einordnen
Für den Datenstand Juni 2026 gibt die Bundesnetzagentur an, dass mindestens ein Netzbetreiber 4G auf rund 97,8 Prozent der Fläche anbietet. 5G in allen auf der Karte ausgewiesenen Varianten erreicht demnach 96,2 Prozent der Fläche. 4G oder 5G zusammen sind auf mehr als 98 Prozent der Fläche verfügbar; 2G deckt die Fläche nahezu vollständig ab.
Diese Werte beziehen sich auf die Fläche Deutschlands und jeweils auf die Versorgung durch mindestens einen Betreiber. Sie geben weder den Anteil versorgter Haushalte an noch sagen sie aus, dass jeder Anbieter an diesen Orten Empfang bietet. Für Ihre Entscheidung zählt deshalb vor allem die Karte des Netzes, das Ihr Vertrag tatsächlich verwendet, ergänzt durch Messungen an Ihren persönlichen Nutzungsorten.



